Gunalogie

Nach indischer Kosmologie besteht jedes Materiebit (prakriti) aus einem Gemenge dreier Eigenschaften (Gunas):
1. Satwa (Licht)
2. Rajas (Leben)
3. Tamas (Schwere)
Diese Erkenntnis fand vor tausenden von Jahren ohne Labore und Instrumente statt. Die abendländische Atomphysik könnte diese Sicht teilen und sagen: Das All besteht aus 3 Quarksorten nämlich top/bottom charming/strange und up/down.
Bezogen auf unbelebte Materie bestünde also die Chance einer Übereinstimmung. Nur bezogen auf Lebensprozesse gäbe es nicht die geringste, weil Quarks kein Thema der Biowissenschaften sind.
In indischer Sicht unglaublich, aber wahr! Warum unglaublich? Weil in indischer Sicht das Spekulieren über die Gunas erst Sinn macht wenn man sie auf Lebensprozesse - genauer menschliche Lebensprozesse - anwendet.
Einstein hat übrigens aus kosmologischer Perspektive Satwa und Tamas mittels der beiden Relativitätstheorien auf eine Weise durchanalysiert die selbst manchen Inder blass werden liess. Einzig Rajas (alles zwischen Licht und Gravitation) liess er uns Nachgeborenen über. Daraus ergibt sich, dass man (um überhaupt noch irgendwas zu tun zu haben) den altindischen Weg einschlagen muss, nämlich zu schauen was Satwa Rajas und Tamas in der Lebenswirklichkeit so anrichten und wie man konkret technisch oder psychisch oder ökotrophologisch oder sonstwie Einfluss nehmen kann.
Zunächst eine Klassifizierung:
1. Ein Mensch der vollständiges Satwa repräsentiert ist klug entspannt, erleuchtet, glücklich, extrem gesund, in mittlerem Alter, bar aller Probleme, usw. Von Beruf möglicherweise Mathematiker, Psychotherapeut, Guru, Einsiedler, Priester oder Philosoph usw.
2. Ein Mensch der Rajas repräsentiert hat Mut, Zähigkeit, Durchsetzungswillen, Kraft, ist zielorientiert, ausdauernd, schnell, wandlungsfähig, erfinderisch usw. Von Beruf eventuell Bundeskanzler, Triathlet, Weltrekordler, Unteroffizier, Erfinder, Schauspieler, Börsenmakler, Staubsaugervertreter, usw.
3. Wer ausschliesslich aus Tamas besteht ist eigentlich nur tot, und zwar sosehr, dass er nichtmal als Gespenst zu gebrauchen ist.
Soweit die Klasseneinteilung. Probleme treten erst auf, wenn es zu ungünstigen Mischverhältnissen kommt. Das jedoch kann derart komplex werden, dass man der Klarheit wegen eine multigunale Typenlehre für künftige Gunologen oder Gunatherapeuten erstellen müsste. Wer Transzendentale Meditation betreibt darf sich jedoch entspannt zurücklehnen, weil ihm lediglich bewusst sein muss, dass sich im Laufe der Jahre sein gesamtes Tamas in Rajas und Satwa verwandelt.