Gesundheit





Was letztlich Gesundheit bedeutet darüber sind Krishna und ein hervorragend ausgebildeter Doktor der abendländischen Medizinwissenschaft vermutlich bis zum Ende aller Zeiten völlig unterschiedlicher Meinung.





Für den einen bedeutet es das Ende der Fahnenstange, für den Anderen nichts als die Basis.

Es braucht nicht viel – bei Anwendung allen heutigen Wissens um gesunde Lebensführung – in der ersten Lebenshälfte das Aufkommen schwerer Symptome auf körperlicher Ebene zu vermeiden – vorausgesetzt man ist mit gesunden Genen geboren und hat das Glück einer konfliktfreien und anregenden Kindheit erfahren.

Was jedoch in der WachsenUndWerden-Phase galt gilt in der zweiten Lebenshälfte, der SchrumpfenUndVergehen-Phase, nicht bzw. verliert kontinuierlich an Gültigkeit. Der Wendepunkt wird als sogenannte MidlifeCrisis oft sehr drastisch erfahren und markiert den Anfang vom Ende. Der lange Weg zum Grab (lat. gravis=schwer) ist mühvoll und gekennzeichnet von einer stetigen Zunahme dessen was man streng philosophisch Negativität nennt (Angst Sorge Schmerzen Gebrechen Krankheiten Schwermut usw) sowie von einem ebenso stetigen Verlust an Positivität (Glück Freude Vitalität Genussfähigkeit usw.). Wenn man den Vorgang als mathematische Kurve denkt so ist der Neigungswinkel zu Beginn (40-60) klein nimmt jedoch stetig zu und endet in steilem Absturz. Das Millionenheer der Rollifahrer in modernen Grossstädten illustriert diesen Vorgang recht anschaulich und straft die Werbeplakate der Versicherungsunternehmen Lügen.

Ein gefestigter 20/20-TMler weiss von alldem kaum etwas. Grund: Jede einzelne Anwendung der Transzendentalen Meditation wirkt physisch wie eine Zelldusche und macht einen drastischen Einbruch der Entropie sowohl auf körperlicher alsauch auf seelischer Ebene praktisch unmöglich. Das muss erfahren werden sonst glaubt man es nicht – wobei hier das Paradoxon zum Tragen kommt, dass man streng genommen keine Ahnung hat was man sich erspart; denn die Erfahrung der Vergreisung wird ja nicht gemacht. Man muss also Beobachtungen extrapolieren und sich danach hüten nicht dem Entsetzen zu verfallen. Mit Krankheiten und katastrophalen Unglücken ist es ja so ähnlich.

Sollte jemand hingegen erst im Alter damit begonnen haben zu meditieren beginnt nach relativ kurzer Zeit ein Staunen, ein verstohlenes Blinzeln in eine möglicherweise erhoffte jedoch niemals erwartete Gnadensonne. Sollte es tatsächlich geschehen sein, dass das wie unausweichlich drohende Verhängnis den Rückzug angetreten hat?! Ist das möglich – neuer Wein in alten Schläuchen?! Darf man wieder hoffen auf ein einigermassen menschenwürdiges und vitales Restleben?!

Insbesondere ältere Adepten der TM verbinden mit der integralen Gesundwerdung ein derart immenses Empfinden umfassender Erleichterung - Erleichterung von Schwerheiten von denen jüngere Menschen idR. nicht die geringste Vorstellung haben und deren Vorhandensein erst durchs erlöst werden davon begreifliche Erfahrung geworden ist -, dass sie nicht den geringsten Einwand dagegen hätten, die vollständige Erleuchtung als die Folge progressiver und kontinuierlicher Erleichterung zu begreifen.

Gesundheit als unumkehrbare Folge der stetigen Zunahme von immer leichter erträglichen Leichtigkeiten des Seins?

Und ob!

Die Signatur der Erlösung ist endlose Erleichterung.

24.03.2020