Alterslosigkeit

Altern ist als Phänomen nichts anderes als eine Folge der biologischen Entropie welche einsetzt, wenn Wachstum den Gipfel erreicht hat und Gravitation ihre Herrschaft antritt. Regelmässige Transzendentale Meditation wirkt dem exakt entgegen, und zwar - unter anderem - auf rein körperlicher Ebene.

Es existiert – man glaubt kaum wie wenig untersucht dieses Phänomen ist – jedoch ein allgemeinerer und für den Menschen als individuelles Lebensschicksal fatalerer Grund gnadenlos verderblicher Entropisierung als scheinbar unentrinnbare Bedingung der Conditio Humana ausgesetzt zu sein. Es ist das Fatum der Wiederholung an sich. Das kennt jeder! Und zwar je älter man ist (geworden ist) umso besser. Da hat Friedrich Nietzsche anlässlich seiner erstmaligen Gewahrwerdung der „Wiederkehr des Ewiggleichen“ wohl nicht sehen können, dass unter weniger dramatischen Perspektiven und unter der Gewaltherrschaft allgegenwärtiger Entropie die ewige Wiederkehr des Gleichen nur die Wiederkehr des immer Schlechteren sein kann. Hätte er es gesehen wäre seine philosophische Laufbahn vermutlich sofort terminiert!

Da mutet es seltsam an, dass der Begründer und Erfinder des Jungbrunnens TM der Ansicht war - und dies auch in vielen Teachings verkündet hat - , dass man ab dem sogenannten Kosmischen Bewusstsein sich durch TM nicht mehr weiterentwickeln könne und daher er für sich selbst vermutlich den Schluss zog Meditation nicht mehr zu benötigen. Weil er durch seine mönchische Vergangenheit dazu verleitet worden war allen körperlichen Freuden zu entsagen (nicht nur den sexuellen), ist ihm die Möglichkeit körperlicher Transformation völlig unbekannt gewesen. Sein Leben war das erzwungene Gegenteil seines Lehrens!
Solange er jugendlich blieb hat ihm scheinbar nichts gefehlt. Alle möglichen Freuden und Erfüllungen welche reine Lebendigkeit anbietet ersetzte er durch eine einzige: Die Freude am Lehren und Verbreiten der TM.

Nachdem er jedoch den Zenit seines biologischen Wachstums überschritten hatte, begann sein Körper drastisch und relativ früh zu altern. Von da an dokumentierte er in erschreckendem- und für ihn beschämenden - Maße, was geschieht wenn man arroganterweise glaubt, zu hoch entwickelt zu sein für die Glücksgabe der Existenz an jeden Menschen.
Die Freude am Teachen und Initiieren wurde durch den Griff nach Weltherrschaft kompensiert! Was für ein Schicksal diese Lebenskatastrophe eines Supererleuchteten! Was für eine Verschwendung von Glück! Was für ein Lehrbeispiel!



Zur Erklärung:

Wenn man Bhagwan und Maharishi studiert, stellt man mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede fest. Beide waren Welterlöser im klassischen theosophischen Sinne. Beide haben die Lehren altindischer Messiasse fortgeführt und vollendet: Bhagwan die des Mahavira und Maharishi diejenigen Buddhas (Merkwürdigerweise waren beide auch damals bereits - vor ca. 2,5 Tausend Jahren - zur selben Zeit inkarniert.). Beide waren irgendwann zu intelligent für die eigene Erlösung geworden und Beide konnten der Versuchung weltlicher Macht nicht widerstehen. Beide haben nicht gelebt was sie lehrten (was ihnen letztlich zum Verhängnis geworden ist) und Beide lebten (und das sehr wortwörtlich gemeint) vom Reden.

Als Bhagwan aufhörte zu reden wurde er zum Götzen und das Movement zur Sekte. Dharma wurde dem Karma überantwortet und eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmasses musste sich ereignen. Zum gleichen Zeitpunkt entliess Maharishi jenes unsägliche Sidhi-Programm zu welchem er nichts sagen konnte weil er nicht das geringste davon verstand.

Nun weiss ein Geschichtslehrer derart viel von historischen Zusammenhängen und Hintergründen weil er zig Stunden die Woche darüber redet und arbeitet. Maharishi ist durch den TM-Mechnismus erleuchtet worden und beschrieb seitdem jenen mit der Akribie und Klarheit eines wissenschaftlich ausgebildeten Physikers und Mathematikers. Bhagwan wurde erleuchtet durch einen Todesprozess den er bei lebendigem Leibe überlebte und dadurch in den gnadenvollsten Zustand eines Avatars versetzt. Er sah danach alle Dinge mit völlig anderen Augen - vor allem das Sterben - und wurde lange Zeit nicht müde darüber mit dem Sachverstand eines erleuchteten Hochschulprofessors zu dozieren. (Dadurch haben mehr Menschen den Rückweg zu einem sinnvollen und spirituell erfüllten Leben gefunden als es heute den Anschein hat. )

Beider Nahrung wurde die geistige Klarheit und inspirierte Erleuchtetheit welche sich unmittelbar durch das Reden darüber einstellt. Dieses Glück muss man erlebt haben um zu ahnen warum die Bhagwan-Bewegung es mittels Satsang-Demokratie möglichst vielen Menschen zukommen lassen will und was Maharishi für einen Hintergedanken gehabt haben mag als er sich durch das routinemässige Erzeugen von TM-Lehrern "vervielfältigen" wollte!

Dieses Glück ist Beider Untergang geworden!

Maharishi kannte und wusste einen Bewusstseinszustand den er Einheitsbewusstsein nannte und der himmelhoch transzendentaler und seligmachender war als das sogenannte kosmische Bewusstsein der Anfangszeit. In ihm wuchs die Überzeugung, dass dieser höchste Unvorstellbarkeitszustand niemals durch simples Meditieren sondern nur durch seine Art liebevollen Dienstes am kollektiven Menschsein erreicht werden könne. Denn - was kaum jemand ahnt und glaubt - die Liebe und hingebungsvolle Begeisterung von anfangs tausenden und später Millionen Menschen kann zur Nahrung werden und Ungeheures im Menschen bewirken.

So kam es, dass Maharishi nie den Vorgang der Transformation durch TM(20/20) erlebte und folglich auch nicht darüber reden konnte. Er kannte aus eigener Erfahrung nur die Seligkeit des TM-Beginners. Doch was geschieht wenn man mehrere Jahre 20/20 auf dem Buckel hat und zusätzlich den Qualm von Familie und Beruf durchgestanden?!

Man denkt weder ans Erleuchtetsein noch an transzendentale Verfeinerungen des Bewusstseins sondern sitzt entspannt - tiefergreifend als jemals zuvor im Leben - und beschäftigt sich im Geist völlig absichtslos mit Banalitäten: Geil die Party gestern abend! Was muss ich heute einkaufen? Habe ich mich ausreichend vorbereitet für den Vortrag morgen früh? usw... Bei manchen Sitzungen können spontan Lösungen zu lang gewälzten vertrackten Problemen aufleuchten oder blitzartige Einblicke in komplexeste Zusammenhänge - weit über dem Intelligenzniveau des Alltagsbewusstseins.

Und genau solcherart geschieht Transformation!

Durch die Regelmässigkeit und Mechanik der 20/20-Routine erreicht das Bewusstsein völlig ahnungslos Tiefenschichten des Unterbewusstseins, die durch eine absichtsvolle Methode nie erreicht werden könnten. Die Klärung und Entmüllung die dadurch in Gang kommt (und niemals wieder zum Stillstand) ist beispiellos und erzeugt etwas das man mit Fug und Recht als Verklärung des Alltagsbewusstsein (und des Leibes!) bezeichnen darf (wobei es den Betroffenen in der Regel scheissegal ist wie man das bezeichnet!).

Sowas hat Maharishi nie erlebt.

Maharishi kannte weder die Wonne des Musizierens, noch die des Tanzens, noch die eines Sportlers, noch die eines Familienvaters, ... usw. Maharishi Mahesh Yogi war ein ziemlich eindimensionaler Mensch.

11.11.18 09:28:06 St. Martin

19.03.2021