09.04.2008 18:45:19
Er war der grösste Prophet sagen sie.
Moses ist keiner gewesen. Moses ist ein Höchsteingeweihter altägyptischer Geheimlehren gewesen. Er ist auf seinem allerindividuellsten Wege fündig geworden. Er hat sie erfahren – die höchste aller erfahrbaren Wahrheiten. Das hat ihm fast das Kreuz gebrochen.
Theologischer Exegese zufolge ist der sogenannte Pentateuch (die 5 Bücher Mose des AT) ein willkürliches und chaotisches Konglomerat aus den Werken dreier völlig divergenter Autorengruppen genannt: Elohist, Jahwist, Priesterschrift.
Dieses Wissen alleine müsste genügen, diese Bücher auf den Index höchstgefährlicher weil irreführender Schriften zu setzen. Warum dies von wissenschaftlich motivierten Theologen bis heute nicht angegangen worden ist ist mir persönlich ein Rätsel (oder etwa ein Skandal?)
Hinzukommt, dass Wesentlichstes an Schlussfolgerungen und Erkenntnissen bis heute an den Lehrstühlen entweder noch nicht stattgefunden hat oder nicht verlautbart worden ist.
Um dies Laien sinnfällig und beispielhaft zu demonstrieren im folgenden nun die Kurzanalyse des letzten Kapitels des Deuteronomiums also des letzten der 5 Bücher Mose. Zunächst der Rohtext in Deutsch:
1 Mose stieg
aus den Steppen von Moab hinauf auf den Nebo, den Gipfel des Pisga
gegenüber Jericho, und der Herr zeigte ihm das ganze Land. Er
zeigte ihm Gilead bis nach Dan hin
2 ganz Naftali, das Gebiet von
Efraim und Manasse, ganz Juda bis zum Mittelmeer,
3 den Negeb und
die Jordangegend, den Talgraben von Jericho, der Palmenstadt, bis
Zoar.
4 Der Herr sagte zu ihm: Das ist das Land, das ich Abraham,
Isaak und Jakob versprochen habe mit dem Schwur: Deinen Nachkommen
werde ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen schauen lassen.
Hinüberziehen wirst du nicht.
5 Danach starb Mose, der Knecht
des Herrn, dort in Moab, wie es der Herr bestimmt hatte.
6 Man
begrub ihn im Tal, in Moab, gegenüber Bet-Pegor. Bis heute kennt
niemand sein Grab.
7 Mose war hundertzwanzig Jahre alt, als er
starb. Sein Auge war noch nicht getrübt, seine Frische war noch
nicht geschwunden.
8 Die Israeliten beweinten Mose dreißig
Tage lang in den Steppen von Moab. Danach war die Zeit des Weinens
und der Klage um Mose beendet.
9 Josua, der Sohn Nuns, war vom
Geist der Weisheit erfüllt, denn Mose hatte ihm die Hände
aufgelegt. Die Israeliten hörten auf ihn und taten, was der Herr
dem Mose aufgetragen hatte.
10 Niemals wieder ist in Israel ein
Prophet wie Mose aufgetreten. Ihn hat der Herr Auge in Auge
berufen.
11 Keiner ist ihm vergleichbar, wegen all der Zeichen und
Wunder, die er in Ägypten im Auftrag des Herrn am Pharao, an
seinem ganzen Hof und an seinem ganzen Land getan hat,
12 wegen
all der Beweise seiner starken Hand und wegen all der
furchterregenden und großen Taten, die Mose vor den Augen von
ganz Israel vollbracht hat.
Was würde ein normaler Fernsehkommissar wohl schlussfolgern legte man ihm solchen Text unkommentiert vor!
Man könnte lachen ob der Primitivität und Chuzpe mit der hier ganz unverhohlen ein Mord samt unerklärbarem Verschwinden der Leiche verschleiert werden soll.
Man könnte auch wütend werden als Leser derart frech verscheissert zu werden oder wegen der in Vers 5-7 anklingenden Anmutung Gott könnte morden und dazu noch Leichen verschwinden lassen! (Vergleiche auch Apostelgeschichte Kapitel 5!).
Mir geht es hier in erster Linie um Vers 7. Wenn Moses zu diesem Zeitpunkt 120 Jahre alt gewesen wäre dann hätte er beim Auszug aus Ägypten bereits 80 Jahre alt sein müssen was dem gesamten Fluss der Mosesgeschichte völlig widerspricht.
Grund für diese Einfügung: Sein Sterben sollte als Folge von Altersschwäche dem Volk plausibler gemacht werden. Nun fügt ein anderer Autor bewegt durch Wahrheitsliebe etwas ein, ohne den existierenden Text zu ändern (was unmöglich war weil verboten), dass nämlich Moses zu diesem Zeitpunkt kerngesund und fit wie Turnschuh war – ein Hint an andere eventuell doch auf den Trichter zu kommen, dass da etwas nicht stimmt.
In gleicher Weise ist der unauflösbare Widerspruch in Vers 6 zu deuten.
Damit stünde die Theologie wahrlich vor einem Problem ungeahnten Ausmasses: Ist Moses’ Ermordung ersteinmal faktisch erkannt, muss die Geschichte samt ihrer Deutung einer erschütternden Revision unterworfen werden!
Gut, das Joshua und Nun schon so lange tot sind.
Bleibt die Frage nach dem Wieso Warum und Weshalb!
Moses muss ein Mann äusserst starker Nerven gewesen sein. Er stand von wenigen Getreuen unterstützt 40 Jahre lang allein da mit seinem Wunsch, Israel möge ein Nomadenvolk bleiben und sich möglichst fleisch- und weinfrei ernähren.
Numeri 11:18 Und zum Volk sollst du sagen: Heiliget euch auf morgen, daß ihr Fleisch esset; denn euer Weinen ist vor die Ohren des HErrn gekommen, die ihr sprecht: Wer gibt uns Fleisch zu essen? denn es ging uns wohl in Ägypten. Darum wird euch der HErr Fleisch geben, daß ihr esset, nicht einen Tag, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, nicht zwanzig Tage lang, sondern einen Monat lang, bis daß es euch zur Nase ausgehe und euch ein Ekel sei; darum daß ihr den HErrn verworfen habt, der unter euch ist, und vor ihm geweint und gesagt: Warum sind wir aus Ägypten gegangen?
Numeri 6:2 Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder Weib ein besonderes Gelübde tut, dem HErrn sich zu enthalten, der soll sich Weins und starken Getränks enthalten; Weinessig oder Essig von starkem Getränk soll er auch nicht trinken, auch nichts, das aus Weinbeeren gemacht wird; er soll weder frische noch dürre Weinbeeren essen. Solange solch ein Gelübde währt, soll er nichts essen, das man vom Weinstock macht, vom Weinkern bis zu den Hülsen.
Das Volk wollte all die Jahre über was ganz anderes: Nämlich Wein, Weib und Gesang und das mit möglichst viel saftigen Lammsteaks usw.
Dazu musste man sesshaft werden. Dazu brauchte man Land welches sich für Ackerbau und Viehzucht eignet. Also Land in dem Milch und Honig fliesst.
Davon gabs im damaligen mittleren Osten genau so wenig wie heute.
Das, was es gab, war bewohnt.
Dort lebten die Nachkommen der Stämme, die damals nicht zu Josef ins Ägypterland gezogen waren.
Wollte man dort sesshaft werden, musste man rein, es erobern und die heimische Bevölkerung beseitigen.
40 Jahre lang hat Moses durchgehalten. Dann gabs plötzlich aus unerklärbarem Grund einen Umschwung. Einen Quantensprung. Eine Entschiedenheit zum Einmarsch.
Das wars dann. Und weil die Drahtzieher Nun und Joshua auch gleichzeitig Channelpriester waren (was das heisst ist eine andere Geschichte) machte es nicht das geringste Problem, den gesamten Vorgang als Wille des HErrn unter die Leut zu bringen. Immerhin hats über 3000 Jahre funktioniert und spätestens zwei Generationen nach Moses und Nun kannte man nur noch eine Wahrheit. Die Aufgeschriebene!
Ein Beispiel für biblische Märchenstunden - Exodus Kapitel 14:
1
Der HERR sprach zu Mose:
2 Sag den Israeliten, sie sollen umkehren
und vor Pi-Hahirot zwischen Migdol und dem Meer ihr Lager
aufschlagen! Gegenüber von Baal-Zefon sollt ihr am Meer das
Lager aufschlagen.
3 Dann denkt der Pharao: Die Israeliten haben
sich im Land verlaufen, die Wüste hat sie eingeschlossen.
5
Als man dem König von Ägypten meldete, das Volk sei
geflohen, änderten der Pharao und seine Diener ihre Meinung über
das Volk und sagten: Wie konnten wir nur Israel aus unserem Dienst
entlassen!
6 Er ließ seinen Streitwagen anspannen und nahm
sein Kriegsvolk mit.
7 Sechshundert auserlesene Streitwagen nahm
er mit und alle anderen Streitwagen der Ägypter mit Vorkämpfern
auf jedem von ihnen.
8 Der HERR verhärtete das Herz des
Pharao, des Königs von Ägypten, sodass er den Israeliten
nachjagte, die Israeliten aber zogen aus mit hoch erhobener Hand.
9
Die Ägypter jagten mit allen Pferden und Streitwagen des Pharao,
mit seiner Reiterei und seiner Streitmacht hinter ihnen her und
holten sie ein, als sie gerade am Meer lagerten. Es war bei
Pi-Hahirot vor Baal-Zefon.
10 Als der Pharao sich näherte,
blickten die Israeliten auf und sahen plötzlich die Ägypter
von hinten anrücken. Da erschraken die Israeliten sehr und
schrien zum HERRN.
11 Zu Mose sagten sie: Gab es denn keine Gräber
in Ägypten, dass du uns zum Sterben in die Wüste holst? Was
hast du uns da angetan, uns aus Ägypten herauszuführen?
12
Haben wir dir in Ägypten nicht gleich gesagt: Lass uns in Ruhe!
Wir wollen Sklaven der Ägypter bleiben; denn es ist für uns
immer noch besser, Sklaven der Ägypter zu sein, als in der Wüste
zu sterben.
13 Mose aber sagte zum Volk: Fürchtet euch
nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!
Wie ihr die Ägypter heute seht, so seht ihr sie niemals
wieder.
14 Der HERR kämpft für euch, ihr aber könnt
ruhig abwarten.
15 Der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu
mir? Sag den Israeliten, sie sollen aufbrechen.
16 Und du heb
deinen Stab hoch, streck deine Hand über das Meer und spalte es,
damit die Israeliten auf trockenem Boden in das Meer hineinziehen
können!
17 Ich aber will das Herz der Ägypter
verhärten, damit sie hinter ihnen hineinziehen. So will ich am
Pharao und an seiner ganzen Streitmacht, an seinen Streitwagen und
Reitern meine Herrlichkeit erweisen.
18 Die Ägypter sollen
erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich am Pharao, an seinen
Streitwagen und Reitern meine Herrlichkeit erweise.
19 Der Engel
Gottes, der den Zug der Israeliten anführte, brach auf und ging
nach hinten und die Wolkensäule brach auf und stellte sich
hinter sie.
20 Sie kam zwischen das Lager der Ägypter und das
Lager der Israeliten. Die Wolke war da und Finsternis und Blitze
erhellten die Nacht. So kamen sie die ganze Nacht einander nicht
näher.
21 Mose streckte seine Hand über das Meer aus und
der HERR trieb die ganze Nacht das Meer durch einen starken Ostwind
fort. Er ließ das Meer austrocknen und das Wasser spaltete
sich.
22 Die Israeliten zogen auf trockenem Boden ins Meer hinein,
während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer
stand.
23 Die Ägypter setzten ihnen nach; alle Pferde des
Pharao, seine Streitwagen und Reiter zogen hinter ihnen ins Meer
hinein.
24 Um die Zeit der Morgenwache blickte der HERR aus der
Feuer- und Wolkensäule auf das Lager der Ägypter und
brachte es in Verwirrung.
25 Er hemmte die Räder an ihren
Wagen und ließ sie nur schwer vorankommen. Da sagte der
Ägypter: Ich muss vor Israel fliehen; denn der HERR kämpft
auf ihrer Seite gegen Ägypten.
26 Darauf sprach der HERR zu
Mose: Streck deine Hand über das Meer, damit das Wasser
zurückflutet und den Ägypter, seine Wagen und Reiter
zudeckt!
27 Mose streckte seine Hand über das Meer und gegen
Morgen flutete das Meer an seinen alten Platz zurück, während
die Ägypter auf der Flucht ihm entgegenliefen. So trieb der HERR
die Ägypter mitten ins Meer.
28 Das Wasser kehrte zurück
und bedeckte Wagen und Reiter, die ganze Streitmacht des Pharao, die
den Israeliten ins Meer nachgezogen war. Nicht ein Einziger von ihnen
blieb übrig.
29 Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden
mitten durch das Meer gezogen, während rechts und links von
ihnen das Wasser wie eine Mauer stand.
30 So rettete der HERR an
jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter. Israel sah die
Ägypter tot am Strand liegen.
31 Als Israel sah, dass der
HERR mit mächtiger Hand an den Ägyptern gehandelt hatte,
fürchtete das Volk den HERRN. Sie glaubten an den HERRN und an
Mose, seinen Knecht.
Das Ganze beschreibt unmissverständlich (sofern überhaupt geschehen!) etwas, dass bestimmten Meeranwohnern als Ebbe und Flut bekannt ist. Das Schilfmeer war also ein Wattenmeer was ja die Reifenprobleme an Pharaos Kriegswagen anschaulich bezeugen.
Es scheint, dass die ägyptischen Heerführer dieser Landstreitmacht sich mit dem lokalen Tidehub und seinen Tücken nicht ausgekannt haben. Doch zu behaupten, dass ein Pharao so dämlich sein könnte, sein Heer in ein Schlammloch zu schicken das beidseitig durch stabile Wassermauern begrenzt wird belegt, dass die Autoren dieses Textschlamassels ihre Untertanen für wesentlich blöder hielten als die Polizei erlaubt.
Gleiches Blöddünken gilt auch für die Mär, dass der HErr 40 Jahre lang mittels Feuer- und Dampfsäulen den Pfadfinder gespielt hätte.
Der Trick ging folgendermassen: Die Bundeslade ( eine Truhe mit Schriften ) war gleichgesetzt mit IHM. Sie wurde also auf einem Wagen geparkt welcher von Rindern angezogen wurde. Gottvertrauen bedeutete, dem Weg dieser Rindviecher bedingungslos zu vertrauen.
Ein alttestamentarischer Zufallsgenerator also.
Tags wurde auf dem Wagen ein Kessel mit Wasser beheizt derart dass der Dampf den Folgenden in einem Radius von hunderten von Metern sichtbar gewesen. Des nachts waren Feuersäulen besser sichtbar (Scheinwerfer gabs noch nicht); also wurde der Dung dampflos und heiss ins Finstere verheizt.
(Kein Wunder, dass man 40 Jahre brauchte um Jericho zu erreichen!)