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Shri Aurobindo, der Begründer der Idee des integralen Yoga
Es ist kurios, dass der Begründer einer epochalen Idee oft – und in diesem Fall ganz besonders – genau das Gegenteil seiner Botschaft praktiziert. Die Idee war, spirituelles und profanes Leben derart zu vereinen, dass daraus ein integrales göttlich sich verklärendes Totalleben entstünde. Nun hat dieser Prophet des New Age sein Zimmer ca. 40 Jahre lang so gut wie nie verlassen und ausser an ein Schreibwerkzeug nie die Hand an irgendwas angelegt. Wie kann er da wissen was integrales Leben sein könnte!
Faktisch war er ein Asket alter Schule der in Isolation und Armut sein Leben damit zugebracht hat mit nahezu mathematischer Akribie und unvorstellbarer Ausdauer die infinitesimalen Dimensionsverfältelungen seines Bewusstsein nach einer Endlösung zu durchforsten die er nie finden sollte.
Er teilte das Schicksal aller Avatare zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Spitze der Weltenpyramide in absoluter Vollkommenheit ins Dasein eingefädelt zu werden um dann in kontinuierlichem Abstieg (oder plötzlichem Fall) sein Feuer abzufackeln, bis irgendwann die Entropie die Asche verzehrt.
Hätte er Transzendentale Meditation gekannt wäre das alles nicht passiert (Adaptionen aus seinem Gedicht Sawitri):
Yoga des Königs: Befreiung der Seele
Es gibt einen Grund, warum Shri Aurobindo keine Lösung gefunden hat: Er hatte ein Objekt untersucht für das es keine Lösung geben kann. Es handelt sich um eine kosmologische Existenzbedingung nämlich eine unfassliche Gravitationssingularität welche die Basis ist für alles in diesem Universum Seiende. Unsere Wissenschaftler werden sie errechnen sobald sie die bisher unerforschte sogenannte dunkle Materie und Energie zusammenlegen und nach der Ursache fragen. Ein indischer Seher war also vor ca. 100 Jahren weiter als die heutige Quantenkosmologie. Dabei verfügte er weder über ein LHC noch ein Zyklotron und benutzte lediglich seinen nackten Geist. Ausserdem war er allein.
Sein Yoga und der daraus resultierende Auftrag zwangen ihn, jenes Phänomen zu studieren, in seine Tiefen einzudringen, da er von der Überzeugung beseelt war, durch Entschlüsselung und Besiegung dieser Negativität für alle Menschen ein goldenes Zeitalter erzwingen zu können. Er hatte dadurch erfahren, was es für einen Menschen wachesten Geistes und yogischer Gesinnung bedeutet in ein sogenanntes Schwarzes Loch gezogen zu werden.
Hier als Eröffnung der Tragödie seine ersten Zeilen aus Sawitri:
Es war die Stunde
ehe die Götter erwachen
Quer den Pfad des göttlichen
Ereignisses sperrend
lag das gewaltige Mental der Nacht allein
in
seinem lichtlosen Tempel der Ewigkeit.
Fast fühlte man,
dunkel und undurchdringlich,
in finsteren Signalen seines
augenlosen Sinnens
den Abgrund eines unverkörperten
Unendlichen.
Eine bodenlose Null erfüllte unergründlich
diese Welt.
Wie Goethe im Faust machte er den Fehler dieses Phänomen zu personalisieren und in Folge einer physikalischen Realität Absicht und sogar Intelligenz zu unterstellen. Was ein Schwarzes Loch tatsächlich ist hat Hawking mit rein mathematischen Mitteln unübertrefflich berechnet. Wer jedoch wissen will wie es sich darin lebt kann dies durch das Lesen von Sawitri in Erfahrung bringen.
Ob Aurobindo in der Lage gewesen wäre Maharishis Gabe zu ergreifen?
Vermutlich nicht, denn er war für seine
eigene Erlösung zu intelligent geworden.